In den letzten Jahren finden immer öfter Patienten mit FMS den Weg in meine Praxis. Die Betroffenen haben oft einen langen Leidensweg hinter sich, fühlen sich nicht erst genommen und werden sogar manchmal als Hypochonder abgetan, obwohl das FMS 1994 in die offizielle Krankheitenliste der WHO aufgenommen wurde:

http://www.fibromyalgie-fms.de/fileadmin/user_upload/fibromyalgie/diagnose/pdf/Info524a_Patientenleitlinien_2017__Das_wichtigste_in_Kürze.pdf)

Fibromyalgie bedeutet soviel wie Faser-Muskel-Schmerz, ist über Laborwerte i.d.R. nicht nachweisbar und wird nach Ausschluss anderer Ursachen durch Neurologen, Orthopäden etc. durch folgendenSymptome definiert:

  • mindestens 3 Monate bestehende Schmerzen in mehreren Körperregionen (z.B. Rücken) und mindestens einen Schmerzort in beiden Armen und Beinen
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • vermehrte körperliche und geistige Erschöpfung

Des Weiteren werden insgesamt 18 sogenannte Tender Points geprüft. Die Apotheken Umschau hat eine schöne Grafik dazu veröffentlicht (Quelle: https://www.apotheken-umschau.de/Fibromyalgie/Fibromyalgiesyndrom-FMS-Diagnose-12804_4.html)

Tender Points sind Schmerzdruckpunkte, die an Sehnenansätzen zu finden sind. Ein interessanter Artikel dazu findet sich auch in der Ärztezeitung vom 22.07.2008:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/article/502947/typische-symptome-enttarnen-fibromyalgie.html

Weitere Informationen finden Sie bei der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung e.V. :http://www.fibromyalgie-fms.de/fibromyalgie/diagnose/

Die Ursachen der Erkrankung sind unbekannt, diskutiert wird die genetische Disposition sowie psychischer Stress und Traumata. Es handelt sich um keine rheumatische Erkrankung sondern lt. Aussage der Fibromyalgie Vereinigung um eine „neurologische Erkrankung der Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung“ (http://www.fibromyalgie-fms.de/fibromyalgie/).

Leider ist die Krankheit bis heute nicht heilbar, es gibt jedoch einige Ansätze mit denen Patienten lernen können, mit der Erkrankung besser umzugehen. Viele hilfreiche Tipps hat die Apotheken Umschau in einem Artikel vom 10.08.2016 zusammengestellt:

https://www.apotheken-umschau.de/Fibromyalgie/Fibromyalgiesyndrom-FMS-Therapie-12804_5.html

Der überaus interessante Artikel von Daniela Hacke, Carstens-Stiftung, berichtet über eine Studie über die Erfolge in der Schmerztherapie von Fibromyalgiepatienten:

https://www.carstens-stiftung.de/artikel/fibromyalgie-mit-osteopathie-den-schmerz-in-den-griff-bekommen.html

Zitat:

„Einschätzung:
Die Resultate hinsichtlich der Schmerzintensität und der Beeinträchtigungen im Alltag durch beide osteopathische Behandlungsformen erweisen sich als klinisch relevant und sind somit für eine Übertragung auf den Therapiealltag geeignet. Ob die Anwendung aufgrund des individuellen Befunds erfolgte oder der Standardbehandlung folgend durchgeführt wurde, war für den Therapieerfolg nicht entscheidend. Die auf der Ebene der Druckschmerzschwellen-Messungen erzielten Ergebnisse können lediglich als positiver Trend beurteilt werden und sollten in Studien mit einer längeren Behandlungsdauer verfestigt werden. Frühere Studien mit einem Behandlungszeitraum von mindestens 20 Wochen zeigten hinsichtlich dieses Parameters bereits signifikante Veränderungen. Zudem sollten zukünftig somatische Dysfunktionen, die in dieser Studie nicht einbezogen worden sind, berücksichtigt werden. Ein interessanter Ansatz für weitere Studien wäre außerdem der Vergleich osteopathischer Behandlungen mit einer weiteren, bei Fibromyalgie eingesetzten manuellen Therapie wie z.B. Massage.“

Wer hat schon Erfahrungen mit osteopathischen Behandlungen bei Fibromyalgie gemacht? Was hat Ihnen sonst geholfen?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Herzliche Grüße und eine schöne Woche.

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